Klangkunst

Stilles Wasser (Bild ©: Maik Hester)
Maik Hester entwickelt und gestaltet Klanginstallationen, Klangobjekte und Klangräume.

Eine Auswahl seiner bisherigen Klangkunstprojekte ist hier zusammengestellt.

 

Klänge fühlen mit den 4vibes-Stühlen

Können wir Klänge auch noch anders wahrnehmen als mit unseren Ohren? Ja, und diese besonderen Möbel zeigen, wie das geht.

Wenn wir Musikinstrumente spielen, sprechen oder singen, dann bringen wir die Luft um uns herum zum Schwingen. Unsere Ohren spüren diese Wahrnehmungen und übersetzen die Schwingungen in Klänge und Geräusche. Aber es geht auch noch anders. Spezielle Lautsprecher können Gegenstände so in Schwingung versetzen, dass wir die Musik beim Berühren dieser Objekte spüren.

 

4vibes-Stuhl und Armlehne mit schwingenden Flächen
4vibes-Stuhl und Armlehne mit schwingenden Flächen

 

Unter der Sitzfläche des 4vibes-Stuhls befindet sich ein Bass-Shaker. Das ist ein spezieller Lautsprecher, der tiefe Frequenzen auf Körper wie den Stuhl übertragen kann. Die gebogene Sitzschale dieses komplett aus Holz gefertigten Stuhls dient zugleich auch als Rückenlehne. So können wir die Schwingungen im Sitzen, aber auch am Rücken und sogar mit den Händen an den gebogenen Stuhlbeinen wahrnehmen. Die tiefen Schwingungen gelangen über die Knochen durch unseren ganzen Körper bis ins Gehör. Wir können die Schwingungen also nicht nur fühlen, sondern auch auf ganz besondere Weise hören.

Neben dem Stuhl steht eine besondere Armlehne aus Holz, deren Oberseite mit milchig weißem Kunststoff verkleidet ist. Auch unter der Armlehne ist ein spezieller Lautsprecher angebracht. Dieser Exciter kann hohe Töne auf die Kunststoff-Fläche übertragen. Beim sanften Berühren der weißen Fläche mit der Hand können wir die Vibrationen mit unseren Fingerspitzen spüren, aber auch der Handballen oder der Unterarm fühlen Musik. Die Klänge kommen verschieden an, je nachdem, wo genau unser Körper Verbindung mit der Musik aufnimmt. Anlehnen mit dem Rücken oder weit vorn auf der Stuhlkante sitzen, mit der Hand das Stuhlbein ergreifen oder nur die Fingerkuppen ablegen. Es lohnt, in Ruhe auszuprobieren, was dabei geschieht.

Und noch mehr kann entdeckt werden: Im Inneren der Armlehne befindet sich ein weiterer, ganz normaler Lautsprecher, an dem ein kleiner Spiegel angebracht ist. Dieser Spiegel reflektiert ein stark gebündeltes Laserlicht, das in dunkler Umgebung auf der weißen Verkleidung der Armlehne als rote Linie sichtbar wird. Weil sich die rote Linie zum Rhythmus der Musik bewegt, können wir nun die Musik nicht nur hören und fühlen, sondern auch sehen.

Das Projekt wurde mit einem Künstlerstipendium der Landesregierung NRW gefördert.

Ingenieurskunst trifft Musik: Was geschieht, wenn Spezialisten der Strömungsmechanik auf Musiker treffen? Finden Mikrobiolog*innen und Fotograf*innen eine gemeinsame Sprache und verstehen sie einander? Können sie von der Kunst der anderen lernen? Welche Einsichten werden gewonnen und verändert die Begegnung die Wahrnehmungen?

Bei Engineering meets Art arbeiten Studierende der BCI gemeinsam mit Studierenden anderer Fakultäten. Musik und Kunst, Erziehungswissenschaften, Rehabilitationswissenschaften, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik treffen aufeinander, erweitern den eigenen Horizont und lassen interdisziplinäre, interaktive und nachhaltige Kunst- und Klangobjekte entstehen: Klingendes Insulin, leuchtende Bakterien, sichtbare Luft oder schwingende Körper ...

 

 

Im Projekt Engineering meets Art treten Ingenieur*innen gemeinsam mit Künstler*innen in einen direkten kreativen Dialog. In interdisziplinären Seminaren arbeiten sie miteinander und erhalten so neue Einblicke und Zugänge zum jeweils anderen Arbeitsgebiet. Dabei entstehen interdisziplinäre und interaktive Kunstwerke wie z.B. eine Mikrobenflöte oder ein Plattenspieler für Bakterienkulturen. Die Kooperationen und Begegnungen ermöglichen eine wechselseitige Bereicherung und vertiefte Kommunikation innerhalb der interdisziplinären Teams.

 

 

Anhänge:
Diese Datei herunterladen (EmA_Broschuere_2020_Final-komprimiert.pdf)Ausstellungskatalog 2020[Katalog zur Ausstellung auf der Hochschuletage im Dortmunder U]587 kB
Diese Datei herunterladen (TDO 1902 Broschüre ELK EMA RZ_a.pdf)Ausstellungskatalog 2019[Katalog zur Ausstellung auf der Hochschuletage im Dortmunder U]2572 kB

Mit dieser Ausstellung zum 25-jährigen Jubiläum des Kulturorts Depot erinnern die Kulturschaffenden und kreativen Köpfe, die im Depot ansässig sind - oder waren - an Anne Fischer und ihr Wirken, das heißt rückblickend und dann zur Gegenwart mit eigenen Arbeiten kommend.
Anne Fischer (1937-2001) war Gründungsmitglied des Depot e.V. Neben Acrylbildern und Collagen hat sie fast 200 verschiedene Siebdrucke hinterlassen, die der Konkreten Kunst zuzurechnen sind. Nach ihrem Tod hielt ihr Mann Dieter Fischer die Erinnerung an sie wach, indem er die Galerie Dieter Fischer im Depot betrieb, eine Stiftung zur Unterstützung kultureller Projekte des Depot(vereins) nach dem Willen von Anne Fischer gründete und weiterhin ihr Atelier unterhält.
Die Mitglieder des Kulturorts Depot waren aufgerufen, sich bis zu zwei Arbeiten von Anne auszusuchen und damit in einen künstlerischen Dialog zu treten. Die Siebdrucke durften verfremdet, ergänzt, bearbeitet oder mit eigenen Arbeiten konfrontiert werden… Alles war erlaubt – und 34 von ihnen haben mitgemacht.
Ausstellungsdauer: 26.06. bis 12.07.2020
 

Weitere Informationen zur Ausstellung Anne und Wir finden Sie zum Beispiel auf den Internetseiten des Depot Dortmund.

Vom 25. Juli bis 16. August 2020 gab die international kuratierte Ausstellung Echochamber in der Produzentengalerie plan.d in Düsseldorf, in der auch ein gleichnamiges Klangobjekt von Maik Hester zu erleben war.

Einladung zur Ausstellung Echochamber

Wer bin ich und was weiß ich von der Welt?

Das Objekt Echo Chamber gibt diesen Fragen Raum. Sobald die schlanke Säule bemerkt, dass sich ihr jemand nähert, lässt sie Fragmente aus einer Rede von Helmut Thielicke erklingen. In diesem bemerkenswerten Vortrag erklärt er einleuchtend, warum die technologische Entwicklung der Menschheit auf den Schultern des bereits Erreichten stetig fortschreitet, während wir in philosophischen Fragen weiterhin auf der Stelle treten. Bei abnehmendem Abstand zur Säule wird die Sprache zunehmend verfremdet. Zugleich bietet die Säule dann aber Raum zur Selbstbeschau in einem Spiegelkabinett. Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar im Inneren der Säule verborgen.

Wenn wir uns auf der Suche nach Wissen und Erleuchtung den Algorithmen der Suchmaschinen im Internet anvertrauen, sind wir von der Informationsflut schnell erschlagen. Schnell offenbart uns die Trefferliste aber auch, dass die meisten Suchergebnisse nur wenig mit unserer Frage zu tun haben.

Spätestens beim Anklicken der Querverweise landen wir dann immer wieder auf denselben, bereits zuvor besuchten Seiten. Gefangen in der Filterblase erliegen wir dem verlockenden Gefühl, umfassend informiert zu sein.

Die Algorithmen kennen uns. Sie beobachten unser Verhalten und ziehen daraus ihre Schlüsse: Mit sturer Beharrlichkeit zeigen sie uns Werbung für Artikel, die uns einmal interessiert haben, auch wenn die Kaufentscheidung schon Monate zurück liegt. Außerdem wissen sie, was meiner Altersgruppe und meinem sozialen Status entspricht und verstopfen meinen Posteingang mit dazu passendem Spam:

Viagra, Kreuzfahrt, Treppenlift. Das also sind meine Interessen?
Bin ich wirklich schon so alt? Bringt mich das Internet zu Wissen und Erleuchtung? Zweifel sind angebracht. Willkommen in der schönen neuen Welt.

Weitere Informationen zur Ausstellung Echochamber finden Sie zum Beispiel auf den Internetseiten der Produzentengalerie plan.d.

Die Klanginstallation mit (und ohne) entstand 2016 für das gleichnamige Programm im Rahmen der Bochumer Tage für Neue Musik.

Fünf Musikcassetten werden jeweils an den Rändern des Aufführungsraums von fünf Abspielgeräten wiedergegeben. Jedes Gerät spielt in seinem ihm eigenen Tempo. So wird Maik Hesters Sprache zu einem Rhythmus, der sich immer wieder leicht verändert.